Zum Inhalt springen

Ratgeber

Schließzylinder messen – so finden Sie die richtige Größe

Innenmaß, Außenmaß, Überstand: Mit dieser Anleitung bestellen Sie den neuen Zylinder gleich in der passenden Länge.

Wer einen neuen Schließzylinder kauft, braucht vor allem eines: die richtige Länge. Ein falsch bemessener Zylinder ist bestenfalls unbequem – und schlimmstenfalls ein Sicherheitsrisiko. Die gute Nachricht: Gemessen ist in wenigen Minuten, mit oder ohne Ausbau. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Maße aufgebaut sind, wie Sie Schritt für Schritt richtig messen und welche Fehler Sie dabei vermeiden sollten.

Schließzylinder messen: Messschieber bestimmt die Länge eines Profilzylinders auf der Werkbank

Warum die richtige Zylinderlänge so wichtig ist

Ein Profilzylinder muss zur Türstärke samt Beschlag passen. Steht er außen zu weit über, bietet er eine Angriffsfläche: Überstehende Zylinder lassen sich mit Werkzeug greifen, abbrechen oder herausziehen – genau an dieser Schwachstelle setzen viele gewaltsame Öffnungsmethoden an. Als Faustregel gilt deshalb: Der Zylinder sollte außen höchstens rund 3 Millimeter über den Beschlag hinausragen.

Ein zu kurzer Zylinder ist ebenfalls ein Problem: Der Schlüsselkanal verschwindet hinter dem Beschlag, das Aufschließen wird fummelig, und je nach Beschlag lässt sich der Zylinder gar nicht erst sauber montieren.

Faustregel: bündig ist ideal

Der Zylinder schließt außen möglichst plan mit dem Beschlag ab – maximal etwa 3 Millimeter Überstand. Alles darüber schwächt den Einbruchschutz der gesamten Tür, unabhängig davon, wie hochwertig der Zylinder selbst ist.

So sind die Maße aufgebaut: Innenmaß und Außenmaß

Zylindermaße bestehen immer aus zwei Werten, zum Beispiel „30/35“. Gemessen wird jeweils von der Mitte des Befestigungslochs – dort greift die Stulpschraube – bis zum jeweiligen Ende des Zylinders. „30/35“ bedeutet also: 30 Millimeter auf der einen Seite, 35 Millimeter auf der anderen, Gesamtlänge 65 Millimeter.

Mit innen ist die Raumseite gemeint – bei der Wohnungstür also die Seite in der Wohnung. Außen ist die Seite, von der Sie aufschließen, wenn Sie nach Hause kommen. Üblich ist die Schreibweise „Innenmaß/Außenmaß“; da das aber nicht jeder Hersteller und Händler gleich handhabt, notieren Sie sich am besten immer ausdrücklich, welcher Wert zu welcher Seite gehört. Beide Seiten können unterschiedlich lang sein – etwa dann, wenn außen ein dicker Schutzbeschlag sitzt.

Messen mit ausgebautem Zylinder: Schritt für Schritt

Am genauesten messen Sie am ausgebauten Zylinder. Sie brauchen nur einen Schraubendreher, den Schlüssel und ein Lineal oder – noch besser – einen Messschieber:

  1. Tür öffnen und während der gesamten Arbeit offen lassen, damit Sie sich nicht aussperren.
  2. Stulpschraube lösen: Sie sitzt an der Stirnseite des Türblatts, auf Höhe des Zylinders unterhalb der Falle.
  3. Schlüssel leicht drehen: Stecken Sie den Schlüssel ein und drehen Sie ihn etwa 10 bis 15 Grad, bis die Schließnase mit dem Zylindergehäuse in einer Linie steht.
  4. Zylinder herausziehen: In dieser Stellung lässt sich der Zylinder am Schlüssel aus dem Türblatt ziehen.
  5. Beide Seiten messen: Messen Sie von der Mitte des Befestigungslochs bis zum Ende – erst zur Innenseite, dann zur Außenseite – und notieren Sie beide Werte samt Seitenangabe.

Wie Sie anschließend den neuen Zylinder einsetzen und was der Wechsel kostet, zeigt unser Ratgeber Türschloss wechseln mit ausführlicher Anleitung.

Messen ohne Ausbau

Wenn Sie den Zylinder nicht ausbauen möchten, funktioniert die Messung auch im eingebauten Zustand – etwas gröber, für eine Bestellung aber meist ausreichend:

  • Messen Sie die Stärke des Türblatts an der geöffneten Tür.
  • Addieren Sie die Stärke der Beschläge beziehungsweise Rosetten auf der Innen- und der Außenseite.
  • Das Ergebnis ist die benötigte Gesamtlänge. Die Aufteilung in Innen- und Außenmaß orientiert sich an der Lage des Befestigungslochs, das in der Regel etwa in der Mitte des Türblatts sitzt.

Berücksichtigen Sie dabei den zulässigen Überstand: außen möglichst bündig, maximal etwa 3 Millimeter. Im Zweifel lohnt es sich, den Zylinder doch einmal kurz auszubauen und exakt nachzumessen.

Gängige Größen im Überblick

Zylinderlängen sind in 5-Millimeter-Schritten gestaffelt. Diese Kombinationen kommen an Wohnungs- und Haustüren besonders häufig vor:

Maß (innen/außen) Gesamtlänge Typisch für
30/30 60 mm schlanke Türen, z. B. Nebeneingänge
30/35 65 mm viele Wohnungstüren
35/35 70 mm Wohnungs- und Zimmertüren
35/40 75 mm Haustüren mit Schutzbeschlag
40/45 85 mm starke Haustüren, dicke Beschläge

Passt kein Standardmaß, gibt es Sondermaße auf Bestellung sowie verstellbare beziehungsweise modulare Zylinder, deren Länge sich in Stufen anpassen lässt – praktisch bei ungewöhnlichen Türstärken oder aufgedoppelten Türen.

Häufige Messfehler

  • Beschlag vergessen: Wer ohne Ausbau nur das Türblatt misst, bestellt einen zu kurzen Zylinder. Rosetten und Schutzbeschläge immer mitrechnen.
  • Innen und außen vertauscht: Bei asymmetrischen Maßen wie 30/35 sitzt der Zylinder dann falsch herum – außen entsteht Überstand, innen fehlt Länge.
  • Nur die Gesamtlänge notiert: 65 Millimeter können 30/35 oder 35/30 bedeuten. Ohne beide Teilmaße ist die Angabe unvollständig.
  • „Lieber etwas länger“ bestellt: Ein überstehender Zylinder ist kein Komfortgewinn, sondern eine Schwachstelle.
  • Vom Zylinderende statt von der Lochmitte gemessen: Referenzpunkt ist immer die Mitte des Befestigungslochs, nicht die Kante des Gehäuses.

Sonderfälle: Knauf-, Halb- und gleichschließende Zylinder

  • Knaufzylinder haben auf der Innenseite einen Drehknauf, sodass Sie ohne Schlüssel abschließen können. Gemessen wird wie gewohnt bis zum Zylinderkörper; der Knauf trägt zusätzlich auf, was bei engen Platzverhältnissen eine Rolle spielt.
  • Halbzylinder – etwa für Garagentore oder Schließkontakte – besitzen nur eine Schließseite. Relevant ist das Außenmaß; das Innenteil ist kurz und fest vorgegeben.
  • Gleichschließende Zylinder öffnen mehrere Türen mit demselben Schlüssel. Damit das funktioniert, müssen alle Zylinder gemeinsam geplant und in den jeweils passenden Längen bestellt werden. Wie wir Sie dabei unterstützen, lesen Sie auf unserer Leistungsseite Schlosswechsel.

Und falls Sie unsicher bleiben: Bei jedem Vor-Ort-Termin messen wir kostenlos richtig nach – so bestellen Sie garantiert nicht zweimal.

Lieber gleich passend montiert?

Wir bringen den richtigen Zylinder mit, montieren ab 50 € und nennen den Festpreis vor Arbeitsbeginn – im gesamten südlichen Baden-Württemberg.

+49 176 63871942 anrufen

Häufige Fragen

Was bedeutet die Angabe „30/35“ bei einem Schließzylinder?

Die beiden Zahlen sind die Teillängen des Zylinders in Millimetern, jeweils gemessen von der Mitte des Befestigungslochs bis zum Ende. Ein 30/35er-Zylinder ist also insgesamt 65 Millimeter lang. Üblich ist die Schreibweise Innenmaß zuerst – verlassen sollten Sie sich darauf aber nicht. Notieren Sie immer ausdrücklich, welcher Wert zur Innenseite und welcher zur Außenseite gehört.

Wie messe ich den Schließzylinder, ohne ihn auszubauen?

Messen Sie die Stärke des Türblatts und addieren Sie die Stärke der Beschläge oder Rosetten auf beiden Seiten. So erhalten Sie die benötigte Gesamtlänge. Die Aufteilung in Innen- und Außenmaß ergibt sich aus der Lage des Befestigungslochs, das meist etwa in der Mitte des Türblatts sitzt. Für ein exaktes Ergebnis ist der kurze Ausbau trotzdem die sicherere Methode.

Wie weit darf der Zylinder außen überstehen?

Als Faustregel gilt: Außen sollte der Zylinder höchstens rund drei Millimeter über den Beschlag hinausragen. Steht er weiter über, bietet er eine Angriffsfläche zum Abbrechen oder Ziehen und schwächt damit den Einbruchschutz der ganzen Tür. Im Zweifel wählen Sie das passende kürzere Maß oder einen Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung – oder Sie lassen uns kurz nachmessen.

Was mache ich, wenn kein Standardmaß passt?

Zylinder werden üblicherweise in Fünf-Millimeter-Schritten angeboten, sodass sich für die meisten Türen ein Standardmaß findet. Für ungewöhnliche Türstärken gibt es Sondermaße auf Bestellung sowie verstellbare oder modulare Zylinder, deren Länge sich anpassen lässt. Wir beraten Sie dazu gern, bringen zum Termin das passende Modell mit und nennen den Festpreis für die Montage vor Arbeitsbeginn.

Gelten für Knauf- und Halbzylinder die gleichen Maße?

Das Prinzip ist gleich, es gibt aber Besonderheiten. Beim Knaufzylinder sitzt der Drehknauf in der Regel innen; gemessen wird bis zum Zylinderkörper, der Knauf selbst trägt zusätzlich auf. Halbzylinder, etwa für Garagentore, haben nur ein relevantes Außenmaß und ein kurzes, festes Innenteil. Prüfen Sie hier besonders sorgfältig die Herstellerangaben – oder fragen Sie uns einfach.

WhatsApp +49 176 63871942